Vom Sterben und Werden
- milenamaria
- 7. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Diesen Frühling konnte ich wieder nach Elba reisen. Dieses Mal kam mein 'Anam Cara' (Seelenfreund) Ratah mit.
Elba ist eine Insel, wo die Elemente für mich besonders spürbar und nahbar sind. Eine Insel, auf der sich auch Ratah geborgen fühlt. Im Entstehungsprozess der Maske durch Tanz und Gedichte sah ich das Bild, wie Ratah aus einer Sandwüste auftauchte (siehe Gedicht 'Wie sich die Kruste öffnet'). Dann kommen Wind und Wetter. Ein Tanz, ein Durchfliessen der Gefühle. Feuer. Sterben und Geboren werden.

So verwandelte sich Ratah. Am Strand des schwarzen Sandes mit Steinen umsäumt. Spielte, spürte seine Verkörperung. Lauschte. Dem Wind und den Wellen.

Und es gab eine Kraft, die zog Ratah zum Wasser.

Ich spürte in mir, dass bald die Zeit gekommen ist, wo Ratah wieder ins Formlose übergeht. Ich hörte eine Stimme in mir sagen: "Das ist nur die Hülle. In Wahrheit bin ich viiiiel grösser!" Ich weinte, vor Berührung und Dankbarkeit. Die Erde unter und in mir. Von den Wellen und dem Rauschen des Meeres bezeugt und eingebettet. Von der Sonne gewärmt und vom Wind sanft und liebevoll berührt.

Es kam der Tag, an dem Ratah seine Form wandelte und wieder ganz in den grossen Geist eintauchte. Sein Dienst in der Form war erfüllt. Ich durfte so viel von Ratah lernen. Vom Feuer der Angst und Wut, von den Tränen der Trauer und Freude, vom Lebendig- und Wahrhaftigsein. Danke.

In Stille und Gesang sammelte ich das Holz und trug es zusammen. Ich entfachte das Feuer, las den Text, mit dem Ratah sich vorstellte und verwandelte mich ein letztes Mal.

Ratah tanzte mit Wind und Wellen. Bald würde Ratah wieder ganz Teil der Elemente sein. Schnell wie der Wind und rhythmisch wie das Wasser. Frei wie sein Geist. Die Form ist langsam und entschleunigt. Ist Erde.

Ich dankte Ratah von ganzem Herzen. Freude und Trauer gleichzeitig präsent, über den Abschied meines lieben Seelenfreundes. In die Formlosigkeit. Von nun an konnte ich Ratah im Herzen, in der ganzen Natur begegnen.
Ich dankte all den Elementen, für all die Prozesse und Wachstumsschritte, und schaute, wie das Feuer, der Formwandler, die Maske und Hülle erfasste und seine Flammen aus Ratah tanzten.
Es folgten Stille.
Segen.
Fühlen.
Dankbarkeit.
Dann zog ich mich aus und sprang nackt ins Wasser.
Etwas ist nun gestorben. Und etwas ist nun geboren.
Österliche Grüsse
von
Milena Maria




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